„Kein Kleidungsstück für Menschen mit Bindungsangst“ oder auch „„Terracotta-Kimono“




Das Tragen eines Kimonos bringt Vor- ur- und Nachteile mit sich. Vor Allem ist es nicht einfach, es wie ein Outfit aussehen zu lassen, welches man außerhalb der Wohnung trägt. (Vielleicht hätte ich mir noch Essenswerkzeug in die Haare stecken sollen, Gabeln oder so.) Während man dem leichtfertigen Denker schnell den Eindruck vermittelt, man würde thailändische Massagen mit Happy-End anbieten, gerade aus dem Bett gestiegen sein und/oder nichts darunter tragen, hat man auf der sunny-side-of-Kimono nicht das Problem, sich den Kopf zu zerbrechen welches Oberteil zu welcher Hose passt, man sieht irgendwie elegant aus und kann aus vorderen Öffnungsgründen im Zweifel schnell präsentieren, dass man eben doch etwas drunter anhat.



Nachteilig hängt einem wiederrum der Ärmel permanent im Essen, wenn es draußen ein wenig luftzirkulärer zugeht, zeigt man unfreiwillig den Unterbekleidungszustand und dazu kommen noch insgesamt 4 Meter Stoff, die der Schnitt frisst. Ich habe mich um ehrlich zu sein noch nicht entschieden, wie ich zu meiner neuentdeckten Kimonosituation stehe, ich gehöre bekanntlich ja auch eher zur Hosenfraktion. Aufsehen erregt er allemal, zumindest bei beigetragenden prommenadenflanierenden Rentnern auf Madeira, wo auch die Fotos entstanden sind.


Der Schnitt ist dieser von Stoff und Stil, er besteht, inklusive Bindeband aus fünf Teilen, von denen jeweils die Ärmel, das Vorderteil und der Beleg mehrmals zugeschnitten werden und verschlingt, wie oben bereits erwähnt um die vier Meter Stoff. Ich habe mich für diese dünne Twill-Viskose entschieden, die den bereits bekannten Nachteil der Rutschigkeit beim Zuschneiden und Nähen und Knittrigkeit beim Tragen mit sich bringt und damit auch die Frage, warum ich mir das jedes Mal wieder gebe. Dafür lassen sich die Säume super bügeln und das Tragegefühl ist auch sehr angenehm, womit die Frage dann wieder beantwortet wäre.



Der Kimono ist schnell und durch die überschnittenen Ärmel auch recht einfach genäht, ich habe inklusive Zuschnitt 2,5 Stunden gebraucht. Dadurch, dass er locker sitzt und sich binden lässt, musste ich auch keine Änderungen vornehmen.

Falls sich das Versuchsteil durchsetzt, werde ich ihn nochmal nähen, der Schnitt gefällt mir prinzipiell sehr gut.

 

Weil heute Mittwoch ist, geht es hier zum MeMadeMittwoch wo MeMaids ihre selbstgenähte Kleidung und den Frühling in Strickjacke präsentieren. Und auf Instagram gibts ein kleines Shooting-Making-Of-Video, was der multitaskingfähige Freund, der auch die Fotos gemacht hat, mal eben nebenbei gedreht hat.



12 Antworten zu “„Kein Kleidungsstück für Menschen mit Bindungsangst“ oder auch „„Terracotta-Kimono“”

  1. Ich bin ein großer Verfechter von Kimonos auf der Straße! Wobei ich zugegebenermaßen bisher nur die kurze Variante genäht habe, die gehen noch als etwas exotische Jacken durch! Und die Opas hatten bestimmt nur Angst um dich, wie du da so den Wellen trotzt! LG, Zuzsa

  2. Kimono sind so ein Ding, deiner ist jedenfalls sehr schick, tolle Farbe und toller Stoff. Ich habe vor Jahren einen ganz traditionellen Kimono/Yukata genäht, hat allerdings 7 Meter verbraucht und nach einmal Anleitung wies offiziell funktioniert einmal angezogen, als sehr unpraktisch empfunden und ganz weit hinten in den Schrank verbannt.
    Lg Sabine

  3. Geniale Fotos, ich bin schwer begeistert! So ein Kimono ist im Alltag schon ein besonders Stück. Allein diese weiten Arme würden mich persönlich in den Wahnsinn treiben. du schaust jedenfalls großartig aus und dann hach diese tollen Fotos! großes Kompliment an den Fotografen. LG Kuestensocke

  4. Deine neue Bindungsangstinterpretation gefällt mir. Und der Kimono auch sehr. Du hast einen tollen Schreibstil und einen tollen Fotografen. Das ist ne super Kombi.
    LG Karin

  5. Er gefällt mir, keine Frage, aber irgendwie ist er noch nicht beim extravaganten Kleidersatz angekommen. Was ich allerdings dem gewählten Material zuschreibe. Die Fotos sind absolut toll, ich hätte mich bei den großen Wellen nicht so recht dorthin getraut.
    lG Claudia

  6. Er gefällt mir, keine Frage, aber irgendwie ist er noch nicht beim extravaganten Kleidersatz angekommen. Was ich allerdings dem gewählten Material zuschreibe. Die Fotos sind absolut toll, ich hätte mich bei den großen Wellen nicht so recht dorthin getraut.
    lG Claudia

  7. WOW! Die Fotos sind der Hammer!
    Dein Kimono ist toll geworden, wobei er mich auch eher an einen Morgenmantel als ein extravagantes Kleid erinnert. Ich könnte mir eine gekürzte Variante (bis kanpp über den Po) zu Jeans gut vorstellen.
    Lieben Gruss.

  8. Bei den vielen Blau kommt die Farbe des Kimonos richtig gut zur Geltung. Nun im Alltag würde ich es nur im eigenen Garten tragen, aber so ein Einwickel-Kimono ist einfach toll im Schrank zu haben. Einfach stundenlang am Frühstückstisch darin eingewickelt sitzen und ein Kaffee / Tee / Kakao nach dem anderen zu genießen. 4 Meter Stoff schrecken mich dann doch ab, aus dem falschen Stoff, braucht das Teil ewig zum trocken 😉 LG Lady Petite

  9. Großes Lob an den Fotografen, das sind Wahnsinns-Bilder! 4 m Stoff finde ich auch ganz schön happig. Ich hab mal einen aus Jersey genäht, der nur die Hälfte gebraucht hat, aber den trage ich auch nur zuhause (und selbst dann fühle ich mich ein bisschen wie Dittsche in seinem Bademantel). Dein Schreibstil gefällt mir übrigens auch sehr gut, musste ein paar Mal schmunzeln. Viele Grüße, Ute

  10. ja mann, den hab ich auch. meiner ist ein morgnmantel, sozusagen. in "blush". sehr elegant, ja. und vorher habe ich nie nie derart bekleidung getragen, jetzt liebe ich es. also im sommer. aus kühl fließender viskose. ich hätte auf 3m getippt, ist aber auch ein jahr her dass ich ihn genäht habe. /2x gleich, einmal habe ich verschenkt.
    sieht fantastisch aus, eure urlaubsdestination.
    habts fein!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert